Die Funken fliegen und der Geruch von Rauch, Eisen und Feuer liegt in der Luft – in der Metallwerkstatt wird konzentriert gearbeitet. Unter den wachsamen Augen des Kursleiters setzt ein Teilnehmer des heutigen Schweißkurses gerade seine erste Naht. Ist sie gleichmäßig? Weist sie Risse auf oder Einbrandkerben? Oder hat die Hand gar gezittert und alles ist schief und krumm? Es dauert eine Weile, doch am Ende des Kurses haben es alle geschafft – und der eine oder andere hat schon den nächsten Termin im Haus der Eigenarbeit (HEi) in Münchens Bezirk Au-Haidhausen gebucht.
Hammer, Meißel, Kaffeeklatsch – Gemeinsam schaffen, gemeinsam lachen
Ein Ort zum Lernen, Werkeln und Begegnen
Seit seiner Gründung im Jahr 1987 ist das Bürgerhaus mit offenen Werkstätten ein Ort, an dem Menschen ihre Ideen in die Tat umsetzen und handwerklich kreativ werden können. Sieben professionell ausgestattete Werkstätten laden dazu ein, große und kleine Projekte zu verwirklichen: die Holzwerkstatt, die Textilwerkstatt, die Metallwerkstatt und die Keramik-, Polster-, Schmuck- und Papierwerkstatt. Zu bestimmten Zeiten stehen zudem fachkundige Berater bereit, die mit Rat und Tat unterstützen und wertvolle Tipps geben, wenn es beim Basteln oder Werkeln mal nicht weitergeht.
Natürlich ist nicht jeder ein Profi – deshalb gibt es auch Kurse, in denen in denen Projekte unter Anleitung fertiggestellt werden können oder neue Fertigkeiten erlernt. In der Fahrradwerkstatt wird der eigene Drahtesel wieder fit gemacht, und bei „Drehen für Anfänger“ entstehen aus Wasser und Ton individuelle Tassen und Schalen auf der Töpferscheibe. Abdrehen und henkeln inklusive.
Gemeinsamkeit wird großgeschrieben – die Jugend ist willkommen
Dabei ist das HEi nicht nur ein Ort für kreatives Handwerken, sondern auch ein Zentrum für Kultur und gemeinschaftliches Miteinander mit buntem Programm, egal ob Ausstellung, Spieleabend oder Kaffeeklatsch. Im kostenlosen Strick- und Handarbeitstreff klappern die Nadeln beim gemeinsamen Ratsch, in der Gedankenschmiede wird einmal monatlich über Themen wie die Zeit, Armut und Reichtum oder die Künstliche Intelligenz philosophiert. Zudem gibt es Angebote wie Food Sharing, einen öffentlichen Bücherschrank und ein Repair Café, in dem gemeinsam Alltagsgegenstände repariert werden.
Räumlichkeiten, Veranstaltungen und Kurse stehen Jung und Alt gleichermaßen offen. Schülern stehen Handwerker und Künstler mit jahrelanger Erfahrung bei Abschlussarbeiten und Praktika gern mit Rat und Tat zur Seite. Und in diesem Jahr finden zudem zahlreiche Projekte statt, die Jugendliche und junge Erwachsene vom „Selbermachen“ begeistern sollen. Geplant sind unter anderem Workshops in Graffiti, DJing sowie Musik- und Filmproduktion.
So bilden Werkeln, Kreieren, Lernen und gemeinschaftliches Miteinander im Haus der Eigenarbeit ein unschlagbares Team – und die Bayerische Hausbau sieht sich als Teil davon. Mit der Förderung des HEi möchte sie einen Beitrag zu einem sozialen Miteinander leisten – aus Liebe zu München und den Menschen, die hier leben.